Was in vier Tagen passiert ist

Da ich seit einem Jahr keine Nachrichten im Fernsehen anschaue, habe ich über die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz über Facebook erfahren. Ich konnte mir aber keine Ausmaße der Katastrophe vorstellen. Dann las ich in einer E-Mail von der Evangelischen Allianz, dass im Hochwassergebiet ausgebildete Seelsorger gebraucht werden. Da ich kein ausgebildeter, sondern nur Hobbyseelsorger bin, habe ich gedacht, dass ich dort nicht gebraucht werde. Als mir meine Chefin aber erzählte, dass Pastor der FeG Augsburg Mitte nach Menschen sucht, die mit ihm zusammen das überflutete Gebiet besuchen möchte, um dort aktiv zu helfen, habe ich mich Fege dazu entschieden mitzufahren.
Wir waren am ersten August angereist und am zweiten war unser erster Einsatz-Tag. Zuerst haben wir einem Mann geholfen, die Fliesen in seinem Haus von den Wänden abzuschlagen und zu entsorgen, dann ging’s nach Altenburg zu betroffenen Haus, um den Schlamm aus dem Keller rauszuholen. Und was mich gewundert hat, dass gleich am ersten Tag und schon von der ersten Sekunde ein hervorragender Teamgeist vorhanden war, obwohl man sich untereinander noch gar nicht kannte. Eine Einheit, die uns durch die Not, die wir gesehen haben vereint hat.
Die Arbeit war verständlicherweise eine Drecksarbeit, aber niemand war sich zu schade, sie zu tun. Eher hatte jeder viel Spaß daran. Die Betroffenen haben sich bei solchen freiwilligen Helfern herzlich bedankt, aber der Satz: “Wenn ihr nicht gekommen wäret, dann hätten wir uns umgebracht!” ging den Helfern unter die Haut. Wir waren Hoffnungsträger im wahren Sinne des Wortes. Allein könnte kein Betroffener sein Keller vom Schlamm befreien und Estrich stemmen.
Die vier Tage meines Einsatzes im Überschwemmungsgebiet haben mein Leben verändert. Ich habe wieder erfahren, dass gerade praktische Hilfe oft mehr bewegen kann, als wenn man nur mit Worten trösten würde. Ich kann daher jeden ermutigen, sich auf den Weg zu machen und zu helfen. Die Hilfe wird immer noch benötigt!

Wendet euch an das Helfer Netzwerk!

Viktor Schwabenland

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